Hashimoto? Ja, nein, ja..was denn nun?

Hashimoto? Ja, nein, ja..was denn nun?

Nachdem ich das Rezept aus der Apotheke holte machte ich mich daran zu recherchieren. Wenn ich keine Infos vom Arzt erhalte, dann muss ich mich selber schlau machen. Wäre ja gelacht, wenn ich mir nicht selber helfen könnte, funktionierte ja bereits mein ganzes Leben ganz gut.
Erst einmal suchte ich bei Facebook nach diversen Gruppen und wurde schnell fündig: Hashimoto Thyreoiditis und auch eine Gruppe in Hannover. Perfekt!
Nach etlichen Stunden der Recherche brummte mir jedoch der Schädel und ich war genau so schlau wie am Anfang. Wie war das mit TSH, FT3 und FT4 und warum gibt es Nebenbaustellen und was sind bitteschön Nebennierenrinden? Die Fragezeichen wurden immer mehr, sowie die Kopfschmerzen und ich beschloss es erstmal auf sich beruhen zu lassen. Die Ärzte werden wohl wissen, was sie tun. Optimismus ist mein zweiter Vorname. Da ich in 6 Wochen wieder zur Blutuntersuchung musste, wollte ich es abwarten.

Jedoch ging es mir nicht wirklich besser, sondern ich bemerkte die erste Verschlechterung und leider auch die wohl schlimmste: Meine Stimme war nicht mehr so wie vorher. Irgendwie brach sie immer wieder weg.  Ich schob es jedoch erst noch auf meinen Husten, den ich kurz zuvor ziemlich heftig erlitt. Die Genesung dauert bei Stimmreizungen immer etwas länger.
Ob es mir ansonsten mit dem Eferox besser ging? Ich merkte eher Verschlechterung. Das Gewicht hing wie Blei an meinem Körper und auch sonst fiel mir nichts auf. Ok, ich fror nicht mehr, das war schon mal eine Steigerung!

Der nächste Arzttermin rückte näher und ich begab mich wieder in die Praxis nach Hannover. Es wurde Blut abgenommen. Nichts weiter, kein Gespräch mit dem Facharzt, wie es mir gehen und wie ich mit der Situation umgehen würde. Nichts!
Die “netten” Damen am Empfang teilten mir mit, dass ich das Blutergebnis per Telefon erfragen könne.

Ein paar Tage später rief ich an und mir wurden die Werte mitgeteilt:

März 17 Dosis 50            Start Februar
TSH: 1,94                          3,14
FT3: 28 %                       69,55 %
FT4: 37,5                           30 %

Täuschte ich mich oder wurden die freien Werte unter Zugabe von Eferox schlechter? Ich erklärte, der Dame am Telefon, was ich gerade festgestellt hatte. Sie meinte jedoch nur, dass ich Geduld haben müsse und das der TSH ja merklich gesunken wäre. Sie hätte selber Hashimoto und könne das beurteilen.
Im Bericht, den ich über meine Hauärztin bekam wurde geschrieben, dass ich erhöhen solle auf 75. Gesagt getan.

Was daraufhin folgte, damit möchte ich euch nicht langweilen.  Im Zeitraum von April bis Juli folgte mtl. eine Blutuntersuchung. Mein TSH ging rauf und runter, ebenso meine freien Werte. Was jedoch kontinuierlich runter ging, war mein Befinden. Die Damen am Telefon wurden auch jedesmal unfreundlicher.

Hilfe suchte ich mir in den Foren und war mehr als heilfroh, dass ich hier auf Gleichgesinnte traf und nicht alleine mit meinem Problem. Trotzdem war es jedesmal erschreckend, was ich in den Gruppen auf Facebook las. Durch die Bank weg, wurden alle von Ihren Ärzten nicht richtig beraten und genauso wie ich, nicht als Individuum betrachtet. Ich hörte Horrorstorys und insgeheim, bitte entschuldigt, war ich froh, zumindest noch aufstehen und meiner Arbeit nachgehen zu können.
Natürlich gibt es unter den Ärzten auch Ausnahmen, aber die sind so rar und so selten, dass diese unheimlich lange Wartelisten haben.

Meine Odysee geht jedoch noch weiter. Nachdem es mir immer schlechter ging, bekam ich den Tipp von einem privaten Arzt in Hannover und vereinbarte einen Termin. Mir war es egal, dass die Diagnose Geld kostete, denn die Gesundheit ist mir zu meinem höchsten Gut geworden.

Der erste Eindruck war sehr positiv. Er hörte sich meine Probleme an und ich fühlte mich das erste Mal verstanden und angenommen. Er klärte mich ein wenig über meine Werte auf und sprach von alten und modernen Werten. Ich hörte ihm aufmerksam zu und meinte zu verstehen. Dann fragte er mich, ob ich ihm vertrauen würde und ich bejahte es. Meine Dosis wollte er kontinuierlich erhöhen, weil ich viel zu gering eingestellt war, mittlerweile auf 125 Eferox. Ein Versuch war es wert und so steigerte ich mit Rücksprache bis auf 162,5.

Jedoch war es mir ein wenig mulmig und ich besprach es vielen Foren. DAS hätte ich lieber sein lassen sollen und dem Arzt vertrauen. Alle sprachen auf einmal von Körperverletzung und es wäre unverantwortlich.
Nun war ich ganz ratlos und bekam es mit der Angst zu tun. Da mir 162,5 nicht gut bekam und meine Lippen leicht bläulich waren, beschloss ich auf 150 Eferox runter zu gehen und hab mich nie wieder beim Arzt gemeldet.
Ich war einfach zu unsicher. Jeder schien es irgendwie besser zu wissen.

Nun beschloss ich eine dritte Ärzte Meinung einzuholen. Der absolut größte Fehler!
Wieder eine Praxis in Hannover, dieses Mal eine Ärztin. Als ich ihr mein Leid klagte und meine Wert von Anfang an mitteilte, blaffte sie mich ziemlich unfreundlich an, warum ich überhaupt Medikamente nehmen würde und es würde nichts auf Hashimoto hindeuten….

Jetzt war ich ganz sprachlos! Bitte was? Und woher kommen bitte meine ganzen Symptome? Das wüsste sie auch nicht, jedenfalls nicht von der Schilddrüse…. und wo und wie kann ich mir Hilfe holen? DAS könne sie mir auch nicht sagen.
Sie untersuchte dann meine Schilddrüse mit einem Ultraschall und sagte mir, das diese ganz wunderbar aussehen würde.
Außerdem gab sie mir mit, dass ich laut den Werten und Medikation eine absolute Überfunktion hätte! Ähm, ja neee is klar.

Jedenfalls hat sie mich so dermaßen verunsichert, dass ich von den 150 Eferox auf 100 langsam herunter dosierte. Wieder ein großer Fehler!
Es war mittlerweile August und ich war schon in einer totalen Medikation Achterbahn: rauf, runter, rauf, runter!

Ein paar Tage später rief ich in der Praxis an und war über diese wahnsinnige Unhöflichkeit mehr als geschockt. Am Telefon wollt man mir keine Auskünfte geben, wie ich darauf kommen würde? Naja, Frau Doktor hatte es mir gesagt.

Sie dürfen also absolut keine Auskunft geben aber laut Frau Doktor soll ich auf 100 Euthyrox reduzieren. EUTYROX? Ich nehme doch Eferox? “Das kann nicht sein”, sagte die Sprechstundenhilfe und ich sollte nun auf jeden Fall Eutyrox nehmen. Aber ich nehme schon seit Anbeginn Eferox! a wurde die Sprechstundenhilfe richtig pampig und meinte, dass Frau Doktor sich nicht irren würde und das es so aufgeschrieben war. Die Dosierung sollte ich auch ohne Blutergebnisse senken und ich wäre in einer Überfunktion!

Ich war absolut fassungslos und hätte am liebsten vor Wut geheult! Meine Fragezeichen wurden immer mehr! Das war eine Fachpraxis für Nuklearmedizin! Die Menschen die dort arbeiten, sollen Spezialisten sein? Was geht nur in den Praxen vor sich! Wie können die Mediziner sich anmaßen, ohne ausreichender Diagnostik einen Befund zu erstellen?
Es ist eine bodenlose Frechheit, was wir uns als Patienten anmaßen lassen müssen.
Als ich dann die Werte von meiner Hausärztin erhielt, sah ich , dass diese unter der hohen Zugabe des Eferox sich um einiges verbesserten hatten und auf einem guten Wege war. Es war nun alles jedoch wieder null und nichtig, da ich komplett gedrosselt und runter dosiert wurde.

Außerdem stand im Bericht:” relativ homogene echonormale Strukturen beidseitig……Normal große, sonographisch weitgehend unauffällige Schilddrüse. Serologisch Hinweis auf eine leichte chronische Immunthyreopathie. “….usw usf. Gesamtvolumen der Schilddrüse beträgt 10,5 ml bei nur diskreter Rechtsbetonung. Im Februar lag diese bei einer Größe von 14 ml! Also ein rasantes auflösen!

Nach dieser gesamten niederschmetternden Reise beschloss ich nun etwas weiter zu fahren, um bei einem Arzt einen Termin zu machen, der sehr gute Bewertungen hat. Seit September nehme ich die gleichbleibende Dosierung von 125 Eferox und merke, dass es mir immer schlechter geht. Ein großes Blutbild hab ich im Oktober anfertigen lassen und nehme zusätzlich: Vitamin B Komplex, Vitamin B12, Vitamin D3, Magnesium, Zink und zum Eferox Selen.
Jedoch geht es mir damit auch nicht besser und nach 3 Monaten der täglichen Einnahme spüre ich keine Veränderung. Das einzig Positive ist immer noch, dass ich nicht friere, jedoch sind mittlerweile Hitzewallungen wie in den Wechseljahren dazu gekommen…..nein, ich bin noch nicht so alt, dass es zutreffen könnte!
Ebenso war ich nicht mehr krank seit Februar  und hab die gesamte Erkältung – Welle ausgelassen.

Meine aktuellen Werte seit Oktober:
TSH: 1,42
FT3: 17,89 %
FT4: 28,82 %

Ich setze alle meine Hoffnungen in die nächste Woche Freitag!

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